Dunkelziffer

Ich bin gestorben als ich 13 war
auf einer Bank im Garten
die Beine blutig
der Mund für immer verschlossen.

Was ist Schmerz?
Und was ist Angst?
Ich fühle nichts,
ich sehe nichts.

Im  Schatten der Bäume
bin ich ein toter Winkel.
Eine Dunkelziffer,
ein dreckiger Haufen,
unter den Teppich gekehrt.

Wer bist Du,
mich zu foltern?
Damals, heute, immer noch.
In meinen Träumen
reiße ich die Maske von deinem Gesicht
und blicke der nächsten entgegen.

Mit wem sprechen
Tabu!
Tabu?

Angst vor ausgestreckten Fingern,
dem Stempel
entgegen dem
Bedürfnis zu schreien.

Mein Körper ist ein Mienenfeld,
eine klaffende Wunde.
Süchtig nach Antworten
flehend danach schön zu sein.

Mann verzweifelt an ihm.
Erst völlig hilflos
mit gefesselten Armen
und verbundenen Augen,
erwacht er zum Leben.
Es tut mir Leid,
ich bin ein abgefucktes Monster.

Schlaf,
ich bin so müde.
Leben,
hier ist mein ungebrochener Wille.

Fang mich endlich auf.

Zehn Jahre Schweigen
kein Laut, nur Tränen.
Komische Blicke
auf mein selbstloses Wesen.

Heute.
Öffentliche Meldungen,
überall.
Man hilft,
man spricht,
man schreit,
man teilt.

Eine Chance auf Respekt
anstatt dem verhassten Mitleid?

Hallo aus dem Schatten.
Ich bin eine Dunkelziffer
Täter unbekannt.

 

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